Städtebaulicher Wettbewerb

Auslober
Markt Murnau a. Staffelsee

Vorbereitung und Durchführung
Deutsche Bau- und Grundstücks AG, Bonn (BauGrund), Regionalbüro München (jetzt: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH)

Anlass und Ziel
Die ehemalige Kemmel-Kaserne wurde nach dem Truppenabzug im Jahre 1995 durch die Marktgemeinde Murnau a. Staffelsee erworben. Als Voraussetzung für die gesonderte und marktorientierte Neuordnung wurden die erforderlichen betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumente entwickelt und die Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbes zur Entwicklung eines städtebaulichen Strukturkonzeptes beschlossen. Die mit der Neuordnung angestrebten Planungsziele sollen durch den städtebaulichen Ideenwettbewerb in ein schlüssiges und umsetzungsfähiges Gesamtkonzept umgesetzt werden, wobei das wesentlichste Ziel der Neuordnung in einer bedarfsgerechten Planung gesehen wird. Das Gesamtkonzept stellt hierbei die Grundlage für den Bebauungsplan dar.

 

Städtebauliche Zielsetzung der Wettbewerbsauslobung

  • Erhalt bereits bestehender Nutzungen bedeutsamer Gebäude
  • Einbindung und Berücksichtigung der intensiven Begrünung mit wertvollem Baumbestand
  • Räumliche Verknüpfung der Funktionen Arbeiten, Dienstleistungen, Wohnen, Versorgung, Bildung, Freizeit und Kultur.

Verfahren
Der städtebauliche Ideenwettbewerb wurde als beschränkt-offener, einstufiger Einladungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Auswahlverfahren durchgeführt. An dem Wettbewerb haben sieben Arbeitsgemeinschaften teilgenommen.

Das Preisgericht hat in seiner Sitzung am 22.07.2003 den 1. Preis an das Architektenbüro A2 in Arbeitsgemeinschaft mit Büro Freiraum vergeben.

Der Wettbewerbsbeitrag des 1. Preisträgers hat sich durch folgende wesentliche Planungsgedanken ausgezeichnet und den Bebauungsplan "Kemmel-Kaserne" geprägt:

  • Durch die Schaffung eines neuen Fuß- und Radwegenetzes und die öffentlichen Grünbereiche im Westen und Süden wird das Quartier mit dem Ortszentrum der Marktgemeinde Murnau und der Nachbargemeinde Seehausen verbunden.
  • Angestrebt wird eine Mischung aus nicht störenden, arbeitsplatzintensiven Gewerbebetrieben und erholsamen Wohnens ergänzt durch Einrichtungen zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs und Gemeindebedarfseinrichtungen. Die Gliederung der Baubereiche in überschaubare Einheiten und die differenzierte Raumbildung bieten Bewohnern wie Besuchern Orientierungs- und Identifikationsmöglichkeiten.
  • Das Verkehrskonzept ist logisch und zweckmäßig, wodurch sich eine klare Abbildung des öffentlichen Raumes ergibt. Zwei Achsen prägen das neue Stadtquartier. Die Nord-Süd-Allee schafft Orientierung, der in Ost-West-Richtung liegende Quartiersplatz bildet als grüne Quartiersmitte das Herz der Anlage. Die bestehenden Bäume sind geschickt in die Quartierspläne einbezogen. 
  • Die Funktionen im Gebiet sind aus dem Bestand entwickelt. Die bestehenden Gewerbebauten im Osten werden aufgenommen und das Polizeigebäude sinnvoll integriert. Die Raumkanten sind logisch angeordnet und basieren auf den ehemaligen Kasernenbauten. Die Durchlässigkeit und Ausrichtung der Baustruktur in Ost-Westrichtung unterstreicht den Gedanken des "Arbeiten im Grünen".
  • Die Realisierung der städtebaulichen Neuordnung ist in mehreren Bauabschnitten durchführbar.

Die Arbeitsgemeinschaft des 1. Preisträgers wurde mit der Erstellung des Bebauungsplanes beauftragt.

Modell zum Strukturkonzept; Architekturbüro A2
Strukturplan Architektenbüro A2